Jack Novelle

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Biografien > 125 Jahre Jack Novelle

Das Ensemble Jack Novelle kann in seinem Schaffen auf eine lange Tradition zurückblicken, die höchstens von den Flippers noch übertroffen wird. 125 Jahre währt eine musikalische Erfolgsgeschichte, die ihresgleichen sucht.

 

Am 11.07.1884 gründete Jakob Neumann in Bresenburg an der Knetel die »Musicalische Sangesbruderschaft Jakob Neumann«. Als Mitglieder konnte er schnell den Bresenburger Holzfabrikanten Alfred Hubnauer, den Schankwirt Fred Heselmeier und den bekannten Dorftrunkenbold Hubert Maulbär gewinnen. Mit Liedern wie »Heuschoberliedl« oder »Wie ich an der Knetel die Gretel knete« erwarb sich das Trio bald eine treue Gefolgschaft weit über das Würzinger Land hinaus. Es musizierte selbstgeschriebene Weisen zur Erzgebirgszither auf Dorffesten und Beerdigungen, wobei bei letztgenannten Veranstaltungen auf das Lied »Wie ich an der Knetel die Gretel (…)« verzichtet wurde.

 

Fred Heselmeier galt in diesen Tagen als großer Zithervirtuose. Leider musste er seine musikalische Tätigkeit einstellen als 1889 seine Zither bei einem Konzert Feuer fing. Notdürftig ließ sich das übriggebliebene Trio in den Jahren bis zum ersten Weltkrieg von einem dressierten Affen an der Drehleiher begleiten. Aus dieser Periode sind Aufzeichnungen von Alfred Hubnauer erhalten:

 

»(…) mir haben das am Anfang gar nicht bemerkt aber dieser Affe war schon ein Tier an seinem Instrument! Leider hat er mit dem Alkohol Probleme bekommen und ist irgendwann 1914 mit der Kasse durchgebrannt. Das war eine schlimme Geschichte (…)«

 

Wenn auch die Geschehnisse des ersten Weltkrieges das Würzinger Land erst etwa 1953 erreichten (die Telegraphenmasten wurden oft Opfer, der damals noch recht häufigen Würzinger Biber), brachte die weltpolitische Lage auch für die Sangesbruderschaft einschneidende Veränderungen.

 

Der Gründervater Jakob Neumann starb bei einem Jagdunfall als er an einer der so beliebten Bresenburger Pfeffergurken erstickte. Durch den Wegfall des Bassbaritons Neumann musste Alfred Hubnauer feststellen, dass Hubert Maulbär all die Jahre nur die Lippen zur Musik bewegt hatte. Die Umwandlung der Sangesbruderschaft in den »Skatverein in Memoriam Jakob Neumann« war eine folgerichtige Entscheidung. Bis 1952 sind keine musikalischen Aktivitäten der ehemals so beliebten Bresenburger Combo zu verzeichnen.

 

Anfang der fünfziger Jahre fuhr ein amerikanischer Großindustrieller durch Bresenburg und wurde auf den alten Schaukasten im Stammlokal des Skatvereins aufmerksam. Dieser hatte seine Tätigkeit schon vier Jahre nach der Gründung eingestellt als sich herausstellte, dass Hubert Maulbär auch das Skatspiel nicht beherrschte. Den bisher etwas erfolglosen amerikanischen Firmenchef brachte der Name Jakob Neumann in großen nussbraunen Lettern jedoch auf eine Idee .

 

Mit einem Namen wie diesem ließen sich seine Produkte wohl auch im erzkatholischen Würzinger Land gut verkaufen, wo sein eigentliches Label »M. Other & F. Ucker Company« wahrscheinlich auf Unverständnis gestoßen wäre.

 

Mister Other kaufte den Schaukasten und engagierte den arbeitslosen französischen Schneider Jacques Nouveaux für die Betreuung des Schaukastens und den Vertrieb seiner Erotikartikel in Bresenburg. Als der Betrieb nach einem Jahr expandierte und nun schon zwei drittel der Bewohner Bresenburgs beschätigte, wurde auch das »Werksorchester Jacques Nouveaux« gegründet. Als der Betrieb infolge der ersten großen Weltkautschukkrise kurz darauf Konkurs anmelden musste, blieben die fünf Musiker des Werkorchester aktiv und konzertierten in beinahe allen kleinen und eher unbekannten Konzerthäusern Europas. Da der Gruppe aufgrund ihrer bizarren Besetzung (4 Bratschen) trotzdem nur wenig Erfolg beschieden war, besann man sich 1956 auf das Nachspielen von Songs der Skorpions. Damit errang die Formation in Deutschland eine Popularität, die höchstens von den Flippers noch übertroffen wird.

 

Die Musiker, die jetzt allerdings kamen und gingen wie afrikanische Präsidenten schafften es auf die Titelseiten der Kulturpresse. Exklusivinterviews mit »Der moderne Hanswurst« und »Der Gartenfreund« bilden hier nur zwei der vielen Höhepunkte. An den Erfolg der 60er und 70er Jahre konnte die Combo allerdings in den 80er und 90er Jahren nicht mehr anknöpfen. Streitigkeiten ließen die inzwischen 41. Besetzung der Band zerbrechen.

 

Die neuerlichen Versuche geldgieriger Produzenten, an die Erfolge der Gruppe anzuknüpfen, kann man allerdings nur als schamlos bezeichnen. Die Musik der nun anglisierten Band »Jack Novelle« kommt komplett vom Band. Die drei Musiker sind lediglich muskelbepackte Schönlinge, ausgewählt in einer Castingshow, die wohl kaum wissen wie man ein Instrument richtigherum hält.